Zivilcourage

Was ist Zivilcourage? / Wo fängt sie an?

In den meisten Fällen bringt man Zivilcourage mit Schlägereien, Belästigungen oder ähnlichen bedrohlichen Situationen in Verbindung. Das liegt daran, dass dies die auffälligsten und spektakulärsten Vorfälle sind, wenn wieder über Sicherheit oder soziales Verhalten diskutiert wird.

Zivilcourage ist aber schon viel früher notwendig...


Wenn etwas ungerecht oder falsch ist 

Wenn man (öffentlich) etwas dagegen unternehmen will/muss

Wenn man dabei das Gefühl hat im Nachteil zu sein

Wenn der Erfolg des Eingreifens meist mehr Nachteile als Vorteile haben kann

 

Es gibt viele Beispiele für weniger ernste Situationen in denen Handeln nötig ist. Ein Schüler wird von einem Lehrer vernachlässigt, ein Einzelner wird von einer Gruppe fertig gemacht oder man selbst wird ungerecht behandelt. Es verschafft einem einen Vorteil in Sachen Selbstvertrauen, wenn man schon bei kleinen Ungerechtigkeiten eingreift und dagegen vorgeht.

Wie geh ich vor wenn es ernst wird?

Als erstes gilt, niemals einfach eingreifen ohne nachzudenken. Man muss die Situation die man beobachtet einschätzen. Es kann etwas auf dem Spiel stehen, für das Opfer oder sogar für einen selbst, wenn man falsch vorgeht. Daher immer erst überlegen wie man am besten hilft ohne viel zu riskieren.

Dazu einige Verhaltenstipps:

Konkret Hilfe suchen/fordern

Die beste Methode hierzu ist, so viel Hilfe wie möglich organisieren. In der Überzahl wäre ein körperliches Eingreifen möglich oder das Einkreisen des/der Täter. Wichtig: Man sollte Personen immer direkt ansprechen, wenn man ihre Hilfe benötigt. Niemals eine offene Aufforderung stellen.

Telefonischer Notruf

Bei einem telefonisch Notruf sollte man immer seinen vollständigen Namen angeben. Kurz schildern was genau, wo passiert ist und von wo aus man anruft. Danach nicht sofort auflegen, sondern immer auf Rückfragen warten!

Ruhe bewahren

In keinem Fall hektisch und hysterisch werden. Ruhig bleiben und schnelle Bewegungen vermeiden, um unkontrolliertes Handeln des Täters zu vermeiden.

Gespräch suchen

Versuchen mit dem Täter ein Gespräch anzufangen. Dabei weiterhin ruhig und vorallem sachlich bleiben. Keine Beleidigungen oder Drohungen verwenden! Auch solche Äußerungen können ein Kurzschlussverhalten auslösen. Außerdem ist es empfehlenswert den Angreifer zu siezen. Das signalisiert nicht nur, dass man ihm dennoch eine Form des Respekts zu kommen lässt, sondern zeigt Außenstehenden, dass dies nicht nur eine kleine Auseinandersetzung zwischen Freunden ist.

Körperkontakt vermeiden

Es ist in jedem Fall besser auf Abstand zu bleiben und den Täter nicht anzufassen. Das würde ihn womöglich nur unnötig reizen und eine körperliche Auseinandersetzung sollte vermieden werden, sofern man nicht in der deutlichen Überzahl ist und / oder Waffen im Spiel sind.

Zeuge

Als Zeuge ist es wichtig, sich vor allem Merkmale des Täters gut einzuprägen. Egal wie viel man mitbekommen hat, jeder Hinweis kann helfen den Täter zu fassen.